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Geschichte 1919-1937

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Unter der Maxime "Am Anfang war die Tat" schlossen sich 1919 Bürger der Sadt Chemnitz zusammen, um ihre Wohnungsituation in eigener Regie zu verbessern.

Am 1. September 1919 stellten 23 Interessenten den Antrag auf die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft für Genossenschaftler, "welche die Garten- und Kleintierwirtschaft betreiben".

Diesem Antrag wurde am 16. September 1919 stattgegeben und die "Siedlungsgesellschaft Chemnitz - Markersdorf" gegründet.

Am 20. Oktober 1919 gehörten bereits 60 Mitglieder der neuen Gesellschaft an, und fortlaufend wurden neue Anträge auf Mitgliedschaft beim Chemnitzer Amtsgericht eingereicht.

Der Anfang war getan. 1921 wurde die Genossenschaft in den Verband der Wohnungsbaugenossenschaften der Stadt aufgenommen und konnte an den Tagungen der Arbeitsgemeinschaft teilnehmen.

Der Bau ging gut voran. Im selben Jahr konnte das erste Bauheben gefeiert und 10 Mitgliedern eine neue Wohnung übergeben werden.

In den Jahren 1922 bis 1924 wurde die Finanzierung weiterer Häuser mehr als schwierig, da die Baukosten rapide stiegen, die Löhne jedoch stagnierten. Die Inflation in Deutschland spiegelte sich auch in der Siedlungsgesellschaft wieder.

Am 31. Mai 1925 wurde einem Antrag auf Umbenennung stattgegeben und die Genossenschaft unter dem neuen Namen "Pfarrhübel-Siedlung e.G. m.b.H." beim Amtsgericht Chemnitz eingetragen.

Das Jahr 1925 brachte einen Rekord an Neuzugängen. Über 10.000 Arbeitsstunden wurden geleistet und weiterhin 30 neue Wohnungen bezugsfertig.

Hauptereignis des Jahres 1926 war die Schlüsselübergabe des neuen Siedlerheimes mit einem Kostenaufwand von 86.000 Reichsmark.

In den Jahren 1927 / 1928 setzte sich die Erkenntnis durch, daß fortschrittliches Bauen den Einbau von Bädern und WC bedeutet. Die neuen Pläne wurden bewilligt und zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt.

300 Mitglieder zählte nun die Genossenschaft, und viele hundert Arbeitsstunden ermöglichten es, daß ein Haus nach dem anderen förmlich aus dem Boden wuchs.

1929 - unsere Pfarrhübelsiedlung konnte mit einem wahren Volksfest auf ihr 10-jähriges Bestehen zurückblicken.

Das größte Bauwerk, der sogenannte Marktblock mit 53 Wohnungen und 2 Konsum-Verkaufsstellen, hat jedoch für damalige Verhältnisse Riesensummen verschluckt und den Finanzplan stark überzogen.

Das Jahr 1930 musste aufgrund zu hoher Baukosten für die Häuser Pfarrhübel 51 bis 65 und fehlender Einnahmen mit Verlusten abgeschlossen werden.

Auf Grund der schlechten Finanzlage der Genossenschaft und der Zahlungsunfähigkeit vieler Mitglieder war es in den Jahren 1931 / 1932 nicht möglich, das Spiegelbild des Marktblockes in Angriff zu nehmen, dessen Baugrube bereits ausgehoben war.

Es wurde eine zweijährige Bauruhe beschlossen.

430 Mitglieder registrierte die Genossenschaft in den Jahren 1934 bis 1937. Scheinbar ruhig und interessenlos vollzog sich das Leben auf dem Berg - statt dessen gewann die faschistische Ideologie die Oberhand.

Die noch in den ersten Jahren weit um sich greifende Arbeitslosigkeit war plötzlich beseitigt - die Rüstungsindustrie stand unter Hochdruck.